Otto-Roche-Saal in der Bergischen Volkshochschule, Auer Schulstraße 20

Moralspektakel

Wie die richtige Haltung zum Statussymbol wurde und warum das die Welt nicht besser macht

Vortrag von Prof. Dr. Philipp Hübl, Berlin

Moderation: Dr. Ulrike Schrader, Begegnungsstätte Alte Synagoge

In seiner jüngsten Publikation „Moralspektakel“ geht es dem Philosophen und Sprachwissenschaftler um die Beobachtung, dass es heute extrem wichtig geworden zu sein scheint, sich moralisch „richtig“ zu verhalten, eine „richtige“ Meinung zu äußern, die „richtigen“ Worte und Begriffe zu benutzen, um in den Augen der digitalen Weltöffentlichkeit zu bestehen. Dabei sei, so der Autor, dieses Moralspektakel „eine moralische Auseinandersetzung, in der es nicht um die Sache, sondern vorrangig um Selbstdarstellung geht“. Ziele der Auseinandersetzungen sei die Erhaltung und Stärkung des eigenen Status, was in einer dominanter werdenden Fürsorge- und Opferkultur am besten gelingt. Aufmerksamkeit und Anerkennung gewönnen jene, die sich durch markierende Begriffe und Sprachverwendung als Mitglied einer progressiven Elite oder einer unterdrückten Minderheit zu erkennen geben, sich damit ihre Echokammern schaffen und zugleich Andersdenkende (oder besser: Anderssprechende) ausschließen. Die wichtige Frage aber, ob denn die Welt durch solch moralisch deklariertes Verhalten tatsächlich verbessert würde, ist damit nicht geklärt.

Philipp Hübl wurde für dieses Buch 2024 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik des Philosophicums Lech ausgezeichnet. „Eine erfrischend kalte Dusche für die moralisch überhitzten Diskurse der vergangenen Jahre.“ (aus der Begründung der Tractatus-Preisverleihung 2024) 

 

Prof. Dr. Philipp Hübl (Jg. 1975) war Junior-Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart und Research-Fellow am Weizenbaum-Institut Berlin und Gastprofessor für Philosophie und Kulturwissenschaft und Akademischer Leiter des Studium Generale an der Universität der Künste Berlin.

Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Kooperation mit der Bergischen Volkshochschule.

Eintritt: 5 €, Studierende und SchülerInnen frei

Die Veranstaltungsreihe “Perspektiven•Positionen•Politik" (Januar bis Juni 2026) wurde gefördert vom Förderverein Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V. und von Herrn Dr. Jörg Mittelsten Scheid.

 

Um eine Anmeldung wird gebeten, telefonisch unter 0202-563.2843 oder per E-Mail: info@alte-synagoge-wuppertal.de. Wir bestätigen die Reservierung. Bitte nehmen Sie Ihren Platz bis 18.45 Uhr ein, denn danach geben wir die Reservierung auf, falls Andrang besteht.