Begegnungsstätte Alter Synagoge Wuppertal

Zwischen Hass und Haltung

Was wir als Migrationsgesellschaft lernen müssen

Vortrag von Derviş Hızarcı

Als Vorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus erlebt Derviş Hızarcı das, was nach den Ereignissen des 7. Oktober in Deutschland in Gang gesetzt wird, aus einer besonderen Perspektive. Seit Jahren kämpft er für gelebte Vielfalt, gegen Hass in Bildung und Schule in einem Land, das sich endlich als Migrationsgesellschaft zu verstehen beginnt, doch nun drohen wieder – genau wie nach dem 11. September – die altbekannten Gefahren: Vereinfachungen, Anschuldigungen, das Auslagern der Schuld, die gedankenlose Ausgrenzung seitens der Mehrheit. Wieder muss er sich stellvertretend für so viele einen Weg bahnen zwischen Hass und Haltung, muss ganz praktisch helfen dabei, die heftig auseinandertreibenden Emotionen und Identitäten zu versöhnen, um das Lernen zu ermöglichen und das Erinnern nicht zu gefährden.

Derviş Hızarcı ist Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e.V. Er ist Mitglied der deutschen IHRA-Delegation und im Beraterkreis Antisemitismus des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein. Als Vorstandsvorsitzender hat er bei der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e.V. maßgeblich den Aufbau der internationalen Ausrichtung und den jüdisch-muslimischen Dialog geprägt.

Ebenso hat er die Praxisstelle - Bildung und Beratung, die in Kooperation mit dem Berliner Senat als zentrale Anlaufstelle für Berliner Schulen errichtet wurde, initiiert und realisiert. Der studierte Lehrer für Politik und Geschichte ist gefragter Experte in den Bereichen Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und vergleichende Religionswissenschaften und berät regelmäßig Institutionen wie die Berliner Polizei, und verschiedene Ministerien und Organisationen. In Interviews und Beiträgen in der Jüdischen Allgemeinen, der taz, der Süddeutschen Zeitung meldet sich Derviş Hızarcı regelmäßig als Experte zu Wort.

Für sein Engagement in der Einwanderungsgesellschaft bekam er die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verliehen. Im Oktober 2024 erhielt er den Landesverdienstordens des Landes Berlin. Als leidenschaftlicher Fußballer spielt er in der dritten Herrenmannschaft von Makkabi Berlin. Im Herbst 2024 veröffentlichte er sein erstes Buch „Zwischen Hass und Haltung“ im Suhrkamp Verlag

Moderation: Prof. Dr. Katja Stoppenbrink, Professorin für Ethik an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/ Solingen/ Remscheid

 

Eintritt 5,00 €, Studierende frei

Foto: Daniel Eliasson