Otto Roche-Forum in der Bergischen Volkshochschule, Auer Schulstraße 20
Wendepunkt und Krise. Hans Rosenthal und der 9. November 1978
Der Showmaster und Holocaust-Überlebende Hans Rosenthal gegen die kollektive Verdrängung der deutschen Juden
Vortrag von Anne Giebel, Wien
Am 9. November 1978, dem 40. Jahrestag des NS-Terrors gegen jüdische Menschen und Einrichtungen, fand in der Bundesrepublik zum ersten Mal ein breites gesellschaftliches und mediales Gedenken an die NS-Judenverfolgung statt - eine Entwicklung, die die Wochen später erfolgte Ausstrahlung der US-Serie "Holocaust" intensivierte. Anne Giebel blickt auf diese Zäsur aus der Sicht des Überlebenden und des Unterhalters Hans Rosenthal und ordnet die erinnerungskulturellen Umbrüche der späten siebziger Jahre in Rosenthals Weg als einen der wenigen Repräsentanten der jüdischen Nachkriegsgemeinschaft ein, der im "Land der Täter" im Scheinwerferlicht des öffentlichen Interesses stand und sich entsprechend in einem ganz spezifischen Spannungsfeld bewegte.
Anne Giebel, geb. 1980 in Frankenberg/ Eder, studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Oxford (B.A.) und Geschichte und Neue Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München (M.A.). Sie promoviert an der Friedrich-Schiller Universität Jena über Hans Rosenthal. Sie arbeitete u.a. als Referentin im Bereich Antisemitismusbekämpfung und Holocaust-Gedenken für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Jüdischen Museums München für eine Ausstellung über Jüdisches in der Fernsehunterhaltung. Sie lebt in Wien.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Bergischen Volkshochschule Wuppertal
Eintritt 5,00 €, Studierende frei
